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Schon als Schulmädchen schrieb ich leidenschaftlich auf, was mir
einfiel.
Meine Themen heute sind der ganz normale Alltagsirrwitz bei uns und
sonst auf der Welt, betrachtet durch das soziale Brennglas. Also real,
satirisch und irgendwie moralisch.
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Die Blätter wenden
... die Kaufwut stoppen,
um die leeren Regale
unserer Seelen nicht
sinnlos zu füllen.
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... Großmäuligen,
die das Leben
zur Talkshow verdünnen,
kein Gehör mehr schenken. |
... im Schlagen und Treten
nicht Sport sehen,
Muskeln nicht
für bare Münze nehmen. |
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... Prediger, die in
heimlicher Gier schwimmen,
mit der Brotlosigkeit
in der Welt füttern. |
... Dem Krieger,
dessen Angst, er könnte
an seiner Kleinheit krepieren,
ins Gesicht schreien. |
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... die Körper von Menschen
nicht länger als Schauplätze
für codierte Planspiele
zur Verfügung halten. |
... die unter den Brücken
ins Warme holen, den Ekel,
in dem sich meine Verkommenheit
spiegelt, schlucken. |
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... wo ich gehe und stehe, wissen,
dass ich undenkbar bin
ohne das Kind, das ich war
und wieder sein werde. |
... mir jeden Morgen
beim Aufstehen sagen,
dass der Tag erst durch mich
mein Tag wird. |
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... mir niemals
verschweigen, dass er
auch ganz ohne mich
zu Ende gehen wird. |
... hinter die Kandidaten,
deren Verlässlichkeit verblich,
bei der nächsten Wahl
drei Kreuze machen. |
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Besonders aber auf Stämme,
die in den Himmel treiben,
mit Fingern zeigen,
bis ihre Blätter sich wenden. |
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Und so wachsen meine Hoffnungen
täglich
höher ...
denn alle Vernunft ...
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(Linda Wortmann: Die Blätter wenden. Mehrfach veröffentlicht)
In meiner Diplomarbeit über Ernst Jandl kam ich mit behinderten Kindern
der Sprache und dem, was zwischen den Wörtern liegt, auf den Grund.
Sein TOHUWABOHU war das Motto. Durch die Beschäftigung mit Jandl
lernte ich auch, dem Leser die Gefühle nicht ständig zu deuten
und zu
präsentieren, sondern sie beim Lesen in ihm entstehen zu lassen.
Um diese
Kunstgriffe bemühe ich mich ständig. Deshalb liebe ich langsame
Leser.
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